Ansichten von Hosts und Services (Views)


1. Einleitung

Die wichtigste Aufgabe der Benutzeroberfläche von Check_MK ist das Anzeigen des aktuellen Status von Hosts und Services. Dies geschieht größtenteils in tabellarischen Ansichten, welche in der englischen Oberfläche mit Views bezeichnet werden. Damit das tägliche Arbeiten mit Check_MK so effizient wie möglich abläuft, bieten diese Tabellenansichten zahlreiche nützliche Funktionen und Sie können sie an Ihre Anforderungen anpassen.

Wir unterscheiden zwischen globalen Views und solchen, die einen Kontext benötigen. Globale Views können immer direkt aufgerufen werden. Ein Beispiel ist die Liste aller aktuellen Service-Probleme. Einen Kontext benötigt z. B. die Ansicht Status of Host ... – nämlich die Angabe desjenigen Hosts, dessen Status angezeigt werden soll. Solche Views können nur in Situationen aufgerufen werden, in denen es um einen bestimmten Host geht.

Die globalen Ansichten erreichen Sie am einfachsten über die Seitenleistenelemente Tactical Overview und Views. In der Tactical Overview ist jede der sechs Zahlen anklickbar und bringt Sie zu einer globalen Ansicht, die die jeweils gezählten Hosts oder Services einzeln auflistet.

Im Views-Element sind alle globalen Ansichten erreichbar – gruppiert nach Thema. Zudem finden Sie einige Einträge, die eigentlich keine Views sind – wie z. B. die Dashboards, welche unter dem Thema Overview einsortiert sind. Dashboards können aber Views enthalten.

Von einer globalen Ansicht aus gelangen Sie zu den Einzelheiten eines bestimmten Hosts oder Services in einem weiteren Schritt. Zum einen sind die Namen von Hosts und Services und auch andere Spalten in den einzelnen Zellen anklickbar und bringen Sie zu Detailansichten:

Zum anderen finden Sie in Ansichten, die einen bestimmten Host oder Service betreffen, oben eine Reihe von Knöpfen, die Sie mit aufklappen können. Diese Knöpfe zeigen dann weitere Ansichten mit dem gleichen Kontext – also vom gleichen Host oder Service.

Ein weiterer Weg zu Detailansichten ist das Such-Element der Seitenleiste:

Zu welcher Ansicht Sie damit gelangen, hängt vom Ergebnis der Suche ab. Wenn die Suche einen Host eindeutig ermittelt, dann gelangen Sie direkt zur Seite Services of host ... dieses Hosts. Dort finden Sie dann wieder die Knöpfe zu den anderen Ansichten des gleichen Hosts. Besonders praktisch: Ein Klick auf den Namen des Hosts bringt Sie zur Detailansicht über die Erreichbarkeit des Hosts:

2. Ansichten verwenden

2.1. Optionen, Filter und Kommandos

Jede Ansicht hat links oben sechs Symbole, mit denen Sie die Darstellung beeinflussen und Aktionen auslösen können:

Öffnet den Dialog mit den Filtern. Damit können Sie die gezeigten Daten weiter einschränken. Sobald Sie einen Filter gesetzt haben, ändert sich das Symbol auf , damit klar ist, dass unter Umständen nicht alle Daten angezeigt werden.

Umgekehrt haben manche Views schon Filter vorbelegt (z. B. die Liste alle Problem). Hier können Sie durch Entfernen der Filter auch mehr Daten anzeigen lassen.

Änderungen der Filter werden nicht gespeichert, sondern wieder zurückgesetzt, sobald Sie die Ansicht verlassen.

Öffnet die Anzeigeoptionen, mit denen Sie z. B. das Format von Zeitangaben (relativ oder absolut) einstellen können. Welche Optionen Ihnen angeboten werden, hängt von den jeweils in der Ansicht angezeigten Information ab.
Hier können Sie Kommandos auf den gezeigten Objekten ausführen (z. B. Eintragen von Wartungszeiten). Die Kommandos sind detailliert in einem eigenen Artikel beschrieben.
Damit schalten Sie Checkboxen ein oder aus. Mit den Checkboxen können Sie die Kommandos auf ausgewählte Datensätze einschränken.
Dieses Rädchen können Sie durch Klicken oder mit dem Mausrad drehen. Es legt die Anzahl der Spalten für die gewählte Ansicht fest. Mehrspaltige Ansichten helfen, auf breiten Monitoren den verfügbaren Platz auszunutzen. Bei Ansichten, die nur einen Datensatz anzeigen, ist diese Einstellung wirkungslos.
Dieses Rädchen legt fest, in welchem Intervall die Ansicht neu geladen wird. Sie können damit das automatische Neuladen auch ganz abschalten. Bitte beachten Sie, dass es in diesem Fall sein kann, dass Sie über ein inzwischen aufgetretenes Problem nicht informiert werden!

2.2. Zeit- und Datumsangaben

Check_MK zeigt in seinen Statusansichten alle Zeitangaben, die weniger als 24 Stunden in der Vergangenheit oder Zukunft liegen, als relative Angaben – also z. B. 16 hrs. Sie können das auf absolute Zeitangaben umstellen, indem Sie die Anzeigeoption Time stamp format auf Absolute stellen.

2.3. Sortierung

Die tabellarischen Ansichten können Sie durch ein Klicken auf die Spaltenüberschriften sortieren. Dabei gibt es drei Zustände einer Spalte, die durch mehrfaches Klicken im Kreis herum der Reihe nach ausgewählt werden:

  • Aufsteigend sortieren
  • Absteigend sortieren
  • Nicht mehr nach dieser Spalte sortieren

Zunächst wird eine Ansicht immer auf eine natürliche Art sortiert, die in der Ansicht selbst festgelegt ist. Bei den Servicelisten ist die Sortierung immer alphabetisch nach dem Namen des Services – mit der Ausnahme, dass die Check_MK-Services immer oben stehen. Neben dem Service Check_MK, der für die Abfrage des Monitoring-Agenten zuständig ist, sind das noch Check_MK Discovery und Check_MK HW/SW Inventory.

Die Sortierung nach der Spalte Perf-O-Meter führt manchmal zu überraschenden Ergebnissen. Das liegt daran, dass die grafische Darstellung der Messwerte teilweise eine prozentuale Zusammenfassung der eigentlichen Werte zeigt. Die Sortierung geschieht aber nach den absoluten Werten – und zwar immer nach der ersten Metrik, die ein Service ausgibt.

2.4. Export

Sie können die in einer Ansicht gezeigten Daten in verschiedenen Formaten exportieren:

Format Vorgehen
PDF Nur  Check_MK Enterprise Edition: Den Knopf für den PDF-Export finden Sie am Kopf der Ansicht – evtl. versteckt unter . Hierbei wird ein sogenannter Instant-Report erzeugt. Das ist quasi ein auf die Schnelle erzeugter Bericht mit nur einem Element. Das Aussehen können Sie über spezielle Schablonen im Berichtsmodul anpassen.
CSV Das Symbol zum CSV-Export finden Sie ganz unten am Fuß der Seite. Als Trennzeichen wird ein Semicolon verwendet. Die einzelnen Zellen sind in Anführungszeichen eingeschlossen. In der ersten Zeile sind die internen Kürzel für die einzelnen Spalten eingetragen. Manche der Spalten können nicht sinnvoll in CSV umgewandelt werden. Ein Beispiel dafür sind die Icons. Diese Spalten sind in der CSV-Datei trotzdem enthalten aber leer.
JSON Weil ein JSON-Export in der Regel für automatische Skripten benutzt wird, gibt es dafür kein Symbol. Sie erhalten den Export durch ein Hinzufügen von &output_format=json an die URL der Ansicht. Sie können das einfach ausprobieren, indem Sie zunächst das Frameset mit der Seitenleiste verlassen und nur den Frame mit der Ansicht anzeigen. Das geht z. B. über das Symbol am Ende der Seite. Dann können Sie im Browser die URL ergänzen.
JSONP JSONP ist fast das Gleiche wie JSON, aber syntaktisch wird der Aufruf einer Javascript-Prozedur realisiert. Geben Sie dazu als Format jsonp an sowie den Namen der JSON-Prozedur in der Variable jsonp. Beispiel: ...&output_format=jsonp&jsonp=myfunc.
Python Der Export als Python-Datenstruktur geschieht analog zu JSON, wobei Sie als Format output_format=python angeben. Dies ist besonders praktisch, wenn Sie die Daten direkt in einem Python-Skript weiterverarbeiten möchten.

2.5. Das Anzeigelimit

Bei einer größeren Monitoringumgebung sind nicht mehr alle Ansichten sinnvoll. Wenn Sie 50.000 Services überwachen und die Ansicht All Services anwählen, würde die Darstellung nicht nur sehr lange brauchen – sie wäre auch wenig nützlich.

Um den Benutzer in solchen Situationen vor langen Wartezeiten zu schützen und das System nicht durch absurde Datenmengen in die Knie zu zwingen, sind Ansichten auf die Anzeige von 1000 Einträgen begrenzt. Bei einer Über­schreitung erhalten Sie folgenden Hinweis:

Wie Sie sehen, werden Sie darauf hingewiesen, dass die gezeigten Datensätze nicht unbedingt die ersten 1000 gemäß der gewählten Sortierung sind! Das hat einen technischen Hintergrund: Die Limitierung wird nämlich bereits an der Quelle der Daten durchgesetzt: in den Monitoringkernen der angebundenen Instanzen. Das ist sehr wichtig: Denn wenn wir erst eine Million Datensätze aus Ihrer weltweit verteilten Umgebung zusammensammeln würden, um gleich danach 99,9% der Daten wieder wegzuwerfen, dann wäre das Kind ja schon in den Brunnen gefallen. Die Sortierung übernimmt erst am Ende die Oberfläche – es geschieht also nach der Limitierung. Denn die Daten von allen Instanzen müssen ja gemeinsam sortiert werden.

Sofern Sie wirklich der Meinung sind, mehr als 1000 Datensätze sehen zu wollen, können Sie durch einen Klick auf Repeat query and allow more results ins nächste Level kommen. Hier greift eine Begrenzung auf 5000 Datensätze. Ist diese wieder überschritten, so können Sie ganz ohne Limit fortfahren. Da dies eine gefährliche Operation sein kann, benötigt sie Administratorrechte. Sie wurden gewarnt!

Sie können die beiden Stufen unter WATO ➳ Glboal Settings unter User interface anpassen:

3. Anpassen von Ansichten

3.1. Grundsätzliches

Check_MK erlaubt Ihnen, die mitgelieferten Ansichten anzupassen und sogar ganz Neue zu erzeugen, welche Sie dann auch in Berichte und Dashboards einbauen können. Dabei können Sie bei jeder Ansicht eine Menge verschiedener Aspekte bestimmen:

  • Allgemeine Dinge wie Titel, Thema, usw.
  • Welche Datenquelle wird dargestellt (z. B., Hosts, Services, Events der Event Console, etc.)?
  • Welche Auswahl an Datensätzen wird dargestellt (Filterung)?
  • Welche Spalten werden dargestellt?
  • Zu welchen anderen Ansichten verlinken die Texte in den Spalten?
  • Wie wird standardmäßig sortiert?
  • Gibt es eine Gruppierung, und falls ja, wie sieht diese aus?
  • Wo und für welche Benutzer soll die Ansicht sichtbar sein?
  • Welche Art von Tabellenlayout soll verwendet werden?

Den Editiermodus für Views erreichen Sie auf zwei Arten:

  1. Bei einer bestehenden View über den Knopf (welcher evtl. hinter versteckt ist).
  2. Im Seitenleistenelement Views über den Knopf . Dort können Sie mit ganz neue Ansichten erzeugen oder mit bestehende anpassen:

3.2. Erst klonen – dann verändern

Da die mitgelieferten Ansichten Teil der Software sind und somit nicht verändert werden können, kennt Check_MK das Konzept vom Klonen. Beim ersten Anpassen einer View (egal ob mit oder über die Liste) wird automatisch eine Kopie der Ansicht für Sie erzeugt. Diese Kopie ist dabei Ihrem Benutzerprofil zugeordnet.

Die Kopie können Sie dann so anpassen, wie Sie es möchten. Die urpsrüngliche Ansicht bleibt erhalten, wird aber verschattet – also durch Ihre Kopie verdeckt. Sie können später einfach zur Standardansicht zurückkehren, indem Sie Ihren Klon löschen (das geht dann in Tabelle der Views wie erwartet mit ).

Dieses Konzept hat noch einen weiteren Vorteil: Sie können nämlich bestimmen, ob die Ansicht für alle Benutzer geändert sein soll, oder nur für Sie selbst. Dies legen Sie in den General Properties der Ansicht mit der Checkbox Make this view available for all users fest. Es überrascht wohl nicht, dass Sie diese Checkbox nur dann setzen können, wenn Sie Administratorrechte haben (genau genommen gibt es dafür eine eigene Berechtigung mit dem Namen Publish views).

Was ist nun, wenn eine Ansicht von mehreren Benutzern angepasst und freigegeben wurde? Jeder der Benutzer hat dann nämlich eine eigene Variante der View. Welche davon wird für wen sichtbar? Dies wird durch folgende Regeln bestimmt:

  1. Wenn ein Benutzer für sich selbst eine Ansicht erzeugt hat, hat diese für ihn immer Vorrang.
  2. Danach gelten Ansichten, die ein Adminbenutzer angepasst und freigegeben hat (genau gesagt jemand mit dem Recht Modify builting views).
  3. Gibt es hier keine, so gelten Ansichten, die ein anderer normaler Benutzer mit dem Recht Publish views freigegeben hat.
  4. Und wenn es hier auch keine gibt, dann wird die ausgelieferte Variante sichtbar.

Wie können Sie nun aber eine echte Kopie einer Ansicht erstellen, also am Ende beide Ansichten sehen – die mitgelieferte und Ihre Version? Dies wird über die Unique ID in den General Properties gesteuert. Ändern Sie einfach die ID Ihrer View auf einen anderen Wert. Damit gilt die View nicht mehr als Klon der mitgelieferten View sondern beginnt ein eigenes Leben.

Die ID ist übrigens auch die entscheidende Angabe in der URL, über die Views aufgerufen werden. Das Schema ist ganz einfach. So wird z. B. die globale View mit der ID allhosts wie folgt aufgerufen:

/mysite/check_mk/view.py?view_name=allhosts

Das Konzept mit dem Klonen und Anpassen und der Sichtbarkeit finden Sie übrigens auch an vielen anderen Stellen von Check_MK, nämlich bei:

3.3. Integration einer View in die Seitenleiste

Wie und ob eine View in der Seitenleiste im Element Views angezeigt wird, legen folgende Eigen­schaften unter General Properties fest:

  • Title – dies wird der Name des Eintrags.
  • Topic – unter diesem Thema wird die View einsortiert. Sie können auch eigene Themen definieren.
  • Hide this view from the sidebar – damit können Sie den Eintrag unterdrücken.

3.4. Kontextknöpfe zu einer View

Ein Context Button ist ein Knopf, der nur bei Views sinnvoll ist, die einen Kontext haben. Ein Beispiel ist der Knopf , welcher zur Ansicht host verlinkt (und immer dann angezeigt wird, wenn ein Host bekannt ist). Dies ist in den Eigenschaften dieser View festgelegt:

  • Die View hat einen Kontext, nämlich Show information of single... host.
  • Als Icon für den Knopf ist ausgewählt.
  • Der Button Text ist auf Services eingestellt.
  • Die Checkbox Do not show a context button to this view ist deaktiviert.

Damit sind alle Bedingungen erfüllt und wann immer wir uns im Kontext eines Hosts bewegen, wird der Knopf zu dieser View erscheinen (wie immer möglicherweise hinter ).

3.5. Grundlegendes Layout

Der nächste Block View Properties bestimmt das generelle Aussehen der View:

Unter Basic Layout gibt es verschiedene Arten, wie die Daten in Tabellen dargestellt werden. Die meisten Ansichten verwenden Table – eine normale Tabelle, die nach Spalten sortierbar ist – oder Single dataset – welches die Legende links hat und meist für einzelne Datensätze verwendet wird. Sie können Single dataset aber auch für Ansichten mit mehr als einem Objekt verwenden. Die Ansicht All hosts sieht nach einer Umstellung auf Single dataset etwa so aus:

Die Einstellung Number of columns gilt als Vorbelegung für das Rädchen zum Einstellen der Spaltenzahl. Analog ist Automatic page reload die Vorbelegung für das Refresh-Rädchen.

3.6. Spalten und Gruppierung

Der Kasten Columns legt fest, welche Spalten Sie sehen. Die mögliche Auswahl von Spalten hängt von der gewählten Datenquelle ab. Am meisten Spalten finden Sie bei den Services, denn hier sind natürlich auch alle Informationen über den jeweiligen Host verfügbar. Die Liste kann hier schon recht lang werden und wenn Sie nicht sicher sind, welche Spalte die richtige ist, hilft nur eins: Ausprobieren.

Das Feld Link bietet eine eine Auswahl von allen Ansichten. Ist hier eine Ansicht ausgewählt, dann ist die jeweilige Zelle dieser Spalte anklickbar und bringt den Benutzer zur gewählten Ansicht. Wirklich sinnvoll ist das natürlich nur, wenn die Zielansicht einen Kontext hat. Bestes Beispiel ist die Ansicht All hosts. Die Spalte Hostname ist hier anklickbar und bringt den Benutzer dann zu Services of host – von diesem Host.

Unter Tooltip werden Sie wiederum die Liste aller Spalten finden. So können Sie eine weitere Information zu dem Host oder Service einblenden, sobald der Benutzer mit der Maus über die jeweilige Zelle fährt (wie hier im Beispiel die IP-Adresse).

3.7. Information über Services in einer Host-Ansicht

Stellen Sie sich vor, Sie möchten gerne Informationen zu bestimmten Services in einer Tabelle von Hosts anzeigen. Das folgende Beispiel zeigt ein sehr schönes Beispiel für so etwas: Zu jedem Host werden die aktuelle Uptime, die CPU-Last, der Speicherverbrauch und die NTP-Synchronisation ausgegeben:

Hier wurde eine Tabelle von Hosts erstellt, in der für jeden Host die Servicespalte Perf-O-Meter von je vier verschiedenen Services angezeigt wird. Man sieht auch, dass bei drei von fünf Servern der Service NTP Time nicht existiert und die Spalte dort konsequenterweise leer ist.

Die Konfiguration dieser Ansicht geschah über das Hinzufügen von Spalten vom Typ Joined column. Hier erscheinen dann unter Column: die Spalten für Services und es wurde Perf-O-Meter ausgewählt. Der Eintrag Titel bestimmt dann die Überschrift der Spalte. Unter Of Service ist der exakte Name des Services eingetragen (Groß-/Kleinschreibung beachten!):

So eine Darstellung ist natürlich nur dann nützlich, wenn die Ansicht eine Liste von ähnlichen Hosts anzeigt, welche auch alle über die gewählten Services verfügen. Das ist auch der Grund, warum Check_MK keine derartigen Ansichten mit ausliefert: Welche Spalten hier sinnvoll sind, hängt absolut von der Art der gewählten Hosts ab. Bei Linux-Servern interessieren sicherlich völlig andere Informationen als z. B. bei USVs.

3.8. Sortierung

Die Sortierung einer Ansicht konfigurieren Sie im vierten Block. Es handelt sich dabei nur um die voreingestellte Sortierung: Der Benutzer kann wie oben beschrieben über einen Klick auf die Spaltentitel die Sortierung für sich anpassen. In der Konfiguration der View haben Sie aber mehr Möglichkeiten: Sie können eine mehrstufige Sortierung einstellen, z. B. zuerst nach dem Service-Status, und bei gleichem Status nach dem Namen des Services. Die so eingestellte Reihenfolge bleibt auch als nachrangige Sortierung erhalten, wenn der Benutzer nach einer bestimmten Spalte umsortiert.

3.9. Gruppierung

Durch Gruppierung zerteilen Sie eine Tabelle in mehrere Abschnitte – wobei jeder Abschnitt Daten anzeigt, die irgendwie zusammengehören. Das beste Beispiel ist die Ansicht Service problems, welche Sie bequem über die Tactical overview erreichen. Wie Sie sehen können, ist diese Tabelle gruppiert nach dem Servicestatus (zuerst alle CRIT, dann UNKNOWN, dann WARN):

Die Gruppierung in einer View konfigurieren Sie analog zu den Spalten. Legen Sie einfach fest, nach welchen Spalten gruppiert werden soll. Meist ist das nur eine einzige, aber es können auch mehrere sein. Alle Datensätze mit dem gleichen Wert für alle gewählten Spalten werden dann in einer Gruppe angezeigt. Und die Spalteninformation wird jeweils als Gruppentitel anzeigt.

Es ist wichtig, dass Sie die Datensätze auch vorranging nach der gewählten Gruppeneigenschaft sortieren! Andernfalls kann es sein, dass die gleiche Gruppe mehrfach auftaucht (in Einzelfällen kann dies sogar gewünscht sein). Übrigens: Ein Umsortieren nach einer Spalte durch den Benutzer hat keinen Einfluss auf die Gruppierung: In diesem Fall wird nur die Reihenfolge der Gruppen bestimmt und die Datensätze werden innerhalb der Gruppen sortiert. Die Gruppen selbst bleiben erhalten.

3.10. Filter, Kontext und Suche

Ein wichtiger Aspekt von Views ist die Selektion der Daten. Welche Hosts oder Services sollen in der Tabelle angezeigt werden? Check_MK verwendet hierfür das Konzept der Filter. Hier sind ein paar Beispiele für Host-Filter:

Jeder Filter kann vom Benutzer mit Suchbegriffen oder anderen Kriterien gefüllt werden und reduziert dann die Liste der Ergebnisse auf diejenigen Datensätze, die die Kriterien erfüllen. Die Filter werden dabei UND-verknüpft. Die Filterkriterien, die bei einer View dann tatsächlich zum Einsatz kommen, werden aus drei Quellen zusammengestellt:

  1. Filter, die direkt in der View hinterlegt und mit Kriterien gefüllt sind
  2. Filter, die der Benutzer interaktiv in der View mit gesetzt hat
  3. Filter, die per Variablen über die URL gesetzt werden

Die Filter, die Sie beim Editieren einer View im Kasten Context / Search filters zusammenstellen, haben dabei zwei Funktionen. Zum einen legen Sie so fest, welche Filter dem Benutzer beim Klick auf angeboten werden. Zum anderen können Sie Filter bereits mit Kriterien vorbelegen und so die in der View gezeigten Daten einschränken (Punkt 1 von oben).

Falls Sie eine View mit Kontext anlegen oder editieren, so tritt anstelle der Filter des entsprechenden Objekts nur ein optionales Eingabefeld. In diesem gilt dann immer ein exakter Vergleich (Groß-/Klein­schreibung beachten). Nehmen wir als Beispiel die View host, welche alle Services eines bestimmten Hosts anzeigt. Der Hostname wird der View über einen Kontext mit auf den Weg gegeben. Sie können sich aber eine Ansicht bauen, welche den gezeigten Host quasi hart kodiert direkt in der View festlegt:

Damit können Sie diese View wieder ohne Kontext aufrufen und auf Wunsch auch problemlos in das Seitenleistenelement Views einbinden.

3.11. Spezielle Such-Ansichten

Die mitgelieferten Ansichten Host search und Service search (und auch andere) verhalten sich im Bezug auf die Filter auf eine spezielle Art: Wenn Sie so eine Ansicht anwählen, so startet diese mit einem geöffnetem Filter-Formular und zeigt erst dann Hosts oder Services an, wenn dieses abgeschickt wurde.

Warum? Es wäre einfach sehr unpraktisch, wenn Sie erst auf All services gehen müssten – dann warten bis viele tausend Services dargestellt würden – und erst dann durch eine Sucheingabe das Ergebnis filtern könnten. Dieses Verhalten legt die Option Show data only on search fest:

4. Neue Ansichten erstellen

Das Erzeugen einer neuen View mit geht im Prinzip genauso wie das Editieren einer bestehenden View – mit einem kleinen Unterschied: Sie müssen vorher noch eine Datenquelle und einen spezifischen Objekttyp auswählen.

4.1. Datenquelle

Die Datenquelle ist das, was man in Datenbanken vielleicht als Tabelle oder Datenbank-View bezeichnen würde. Check_MK verwendet zwar keine SQL-Datenbank, ist intern aber ähnlich aufgebaut. In den meisten Fällen liegen Sie mit All services oder All hosts richtig. Es gibt aber einige spezielle Datenquellen, die hier näher erläutert werden sollen:

Datenquelle Bedeutung
Hostgroups Jede Zeile der View wird die Zusammenfassung einer Hostgruppe zeigen. Da die Einzelobjekte die Gruppen selbst sind, werden Sie hier keine Filter zu Hosts finden!
Hostgroups, merged Dies ist das Gleiche wie Hostgroups, aber bei einer verteilten Umgebung werden Hostgruppen mit dem gleichen Namen, die es auf mehreren Instanzen gibt, zu einer Hostgruppe zusammengefasst.
Hosts grouped by host groups Diese Datenquelle wird z. B. in der mitgelieferten Ansicht Host groups verwendet. Es eine Tabelle, in der ein Host für jede Gruppenmitgliedschaft eine eigene Zeile bekommt. In dieser Zeile sind dann auch die Informationen über die Gruppe verfügbar. Ein Host, der in mehreren Gruppen ist, taucht hier also auch mehrfach auf. Der Datenbanker würde hier von einem Join der Tabelle Host mit der Tabelle Hostgroup sprechen.
Servicegroups Eine Tabelle der Servicegruppen – analog zu Hostgroups.
Servicegroups, merged Das Gleiche, nur im verteilten Monitoring zusammengeführt – analog zu Hostgroups, merged.
Services grouped by host groups Eine Tabelle der Services mit einem Join zu der Tabelle der Host-Gruppen.
Services grouped by service groups Eine Tabelle der Services mit einem Join zu der Tabelle der Service-Gruppen.

4.2. Objekttyp – global oder mit Kontext

Hier entscheidet sich, ob Ihre neue View einen Kontext haben oder ob es eine globale Ansicht werden soll. Welche Auswahlmöglichkeiten Sie haben, hängt von der gewählten Datenquelle ab. Der mit Abstand häufigste Kontext ist Host. Die Abbildung von oben erscheint nach der Auswahl der Datenquelle All services.

Durch das Setzen der Checkbox Show information of a single host legen Sie fest, dass die neue Ansicht genau einen Host beschreibt. So haben Sie die Grundlage dafür geschaffen, dass die Ansicht nicht global, sondern verlinkt sichtbar wird:

  • Bei einer Hostansicht mit einem Kontextknopf (evtl. hinter )
  • Als Verknüpfung in einer Spalte (siehe oben, z. B. Klick auf Hostname in einer Ansicht)

Bei dem Kontexttyp Service gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn Sie nur Show information of a single service anwählen, können Sie eine Ansicht bauen, die alle Services mit dem gleichen Namen aber auf verschie­denen Hosts anzeigt. Wenn es um einen ganz bestimmten Service von einem einzigen Host gehen sollen, dann kreuzen Sie zusätzlich Show information of a single host an.

5. Die Matrix

Wenn Sie das Layout Matrix bei einer Ihrer Ansichten einstellen, werden Sie wahrscheinlich erstmal seltsame Dinge erleben und sich fragen, was das Ganze soll. Die Matrix ist sicher nicht auf den ersten Blick einleuchtend, aber Sie können damit tolle Dinge machen.

In den ausgelieferten Views gibt es eine, die dieses Layout verwendet – und zwar Metrics ➳ Search peformance data. Folgende Abbildung zeigt eine Suche nach dem Serviceausdruck CPU|Memory|Filesystem:

Das Ergebnis ist eine hübsche Tabelle des Hosts, in denen die Metriken all dieser Services gegenübergestellt sind. Nicht alle Hosts haben die gleichen Services, so dass bei den anderen Hosts dann die entsprechenden Zellen einfach leer bleiben:

Das Ganze sieht jetzt erstmal sehr ähnlich aus wie die weiter oben beschriebene Information über Services in einer Host-Ansicht. Es gibt aber ein paar wesentliche Unterschiede:

  1. Die Liste der Services ist dynamisch und nicht fest konfiguriert.
  2. Die Hosts sind hier die Spalten – nicht die Zeilen.
  3. Sie können mit der Matrix noch viel mehr anstellen.

Wenn Sie in die Definition der View gucken, können Sie sehen, wie diese konstruiert ist:

  • Als Basic layout ist Matrix eingetragen.
  • Bei Grouping ist als einzige Spalte der Hostname eingetragen.
  • Bei Columns sind die Service description und das Service Perf-O-Meter eingetragen.

Die Regel für das Matrix-Layout ist so:

  • Die Group columns werden verwendet als Köpfe für die senkrechten Spalten.
  • Die erste normale Column bildet die linke Spalte mit der Beschriftung der Zeilen.
  • Alle weiteren normalen Columns werden in den Zellen angezeigt.

Wenn Sie z. B. mehr Informationen über den Host anzeigen möchten, fügen Sie einfach weitere Gruppenspalten hinzu. So sieht z. B. die Tabelle von oben aus, wenn Sie die Spalten Host icons und WATO folder - just folder name hinzufügen:

Weitere normale Spalten landen dann direkt in den Zellen. Folgendes Beispiel (gekürzt) zeigt die Matrix mit der zusätzlichen Spalte Output of check plugin:

5.1. Erkennen von Ausreißern

Warum sind eigentlich manche Zellen farbig hinterlegt? Nun   hier werden Sie hingewiesen auf Werte, die sich abheben von der Mehrheit. Das ist wohl bei Messdaten nicht so sinnvoll. Aber es gibt Anwender, die mit einer speziell konstruierten Matrixansicht auf einen Blick feststellen können, ob z. B. bei gewissen Hosts oder Services eine falsche Kontaktgruppe eingetragen ist!

6. Alarm-Sounds

Eine Ansicht kann über den Browser Alarmtöne abspielen, wenn sich in der Tabelle mindestens ein Problem befindet (also ein Host der nicht UP oder ein Service der nicht OK ist). Diese primitive Art der Alarmierung ist z. B. interessant für Leitstände, wo die Liste der Probleme ständig auf einem Schirm sichtbar ist, aber der Operator nicht ständig auf diesen starren möchte.

Die Alarmsounds sind per Default ausgeschaltet. Über den globalen Schalter Global settings ➳ User interface ➳ Enable sounds in views können Sie diese einschalten. Wie immer hilft hier das Suchfeld:

Sounds werden aber nicht in allen Views abgespielt, sondern nur, wo dies in den View Properties aktiviert ist:

7. Einbetten von Views in fremde Webseiten

Da jede Ansicht über eine URL erreichbar ist, können Sie diese auch in andere Webseiten einbetten – z. B. über einen <iframe>. Etliche Elemente der View machen allerdings in so einem Kontext keinen Sinn oder sind sogar störend. In so einem Fall können Sie an die URL die Variable display_options=... anhängen, über die Sie genau steuern können, welche Bestandteile der View im HTML-Code generiert werden sollen.

Jeder Bestandteil wird durch einen Buchstaben kodiert. Wenn Sie Kleinbuchstaben verwenden, schalten Sie dadurch die angegebenen Elemente aus und lassen alle übrigen erzeugen (quasi ein „opt-out“). Bei Großbuchstaben ist es umgekehrt: Hier geben Sie nur die Elemente an, die erzeugt werden sollen („opt-in“). Eine Mischung von klein und groß ist nicht sinnvoll.

Folgende Buchstaben sind definiert:

EinAusWas wird angezeigt?
H hHTML-Header und -Footer inkl. der Tags <HTML>, <HEAD> und <BODY>
T tTitelzeile mit Überschrift und angemeldetem Benutzer
B bKontext-Knöpfe, die zu anderen Ansichten verlinken
F fKnopf, der die Filter öffnet
C cKnopf, der die Kommandobox öffnet sowie Icons zum Ausführen von Kommandos
O oDie Rädchen für die Spaltenzahl und das Aktualisieren
D dKnopf für die Anzeigeoptionen
E eKnopf zum Editieren der View
Z zDie Fusszeile, in der refresh: 30s angezeigt wird
R rJavascript-Code für das automatische Aktualisieren
S sAbspielen von Alarmtönen bei den Service-Zuständen WARN und CRIT
I iLinks, die auf andere Ansichten zeigen
X xAlle anderen Links
M mMit dieser Option bekommen Links als Ziel den HTML-Frame main. Dies verwendet Check_MK selbst beim Einbetten von Views in Dashboards.
L lLinks in Spaltentiteln
W wLimitierung und Livestatusfehlermeldungen

Wenn Sie also die z. B. alle Bedienelemente und Knöpfe abschalten und nur die eigentliche Tabelle darstellen möchten, so sieht ein Link auf die View allhosts so aus:

http://myserver/mysite/check_mk/view.py?view_name=allhosts&display_options=tbdezocf